Konzept und Konzeption

Die Grundlage für unsere pädagogische Arbeit als staatlich geförderte Kindertageseinrichtung bildet der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan mit seinen Bildungs- und Erziehungszielen sowie Schlüsselprozessen für Bildungs- und Erziehungsqualität.

Ebenso Berücksichtigung finden die Vorgaben des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG, AVBayKiBiG), des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), des Datenschutzgesetzes sowie des SGB VIII, ebenso wie Empfehlungen des Unfall- und Arbeitsschutzes.

Diese Vorschriften und Empfehlungen integrieren wir vollständig in unserer vom naturpädagogischen und lebensbezogenen Ansatz getragenen Konzeption. Gerne können Sie unsere ausführliche Konzeption bei uns in der Einrichtung einsehen.

Natur- und Waldpädagogik in unserem Naturkindergarten

  Ruhig und langsam die Natur sich selber helfen lassen und nur sehen, dass die umgebenden Verhältnisse die Arbeit der Natur stützen, das ist Erziehung.

(Ellen Key)

Kinder befinden sich in einer besonders sensiblen Phase für Naturerlebnisse und befriedigen in der Natur ihre Bedürfnisse nach Ruhe, Entspannung, großer Bewegungsfreiheit, Vielfalt an Spielgeräten, Abwechslung durch jahreszeitliche und wetterbedingte Veränderungen, Abenteuer und Spannung. Die umfassenden Naturerfahrungen fördern die kindliche Gesundheit und Entwicklung und sind Bedingung dafür, dass sich Kinder auch im Erwachsenenalter für den Erhalt der Natur bzw. der Umwelt und für Nachhaltigkeit einsetzen. Um jedoch eine Beziehung zur Natur herstellen zu können, muss jedes Kind konkrete Erfahrungen machen dürfen. Der Wald und die Natur bieten sich mit ihren vielfältigen Möglichkeiten geradezu an, um als Spiel-, Erlebnis- und Erfahrungsraum genutzt zu werden.

Unser Naturkindergarten ist spielzeugfrei. Alles, was zum Spiel der Kinder nötig ist, finden sie in der Natur als natürlichen Spielraum für Phantasie und Kreativität und damit auch für Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein. Wie die meisten Naturkindergärten verwenden wir zusätzlich Werkzeuge (Handbohrer, Säge und Schnitzmesser, evtl. Hammer und Nägel) und Seile, um das Möglichkeitenspektrum zu erweitern und zusätzliche Angebote zur Schulung der Grob- und Feinmotorik zu geben.

Der lebensbezogene Ansatz in unserem Naturkindergarten

  Wo Kinder wirklich leben, lernen und sich bilden – da tun sie es ganz und er-lebend.

(Norbert Huppertz)

Als absolut kindorientierter Ansatz geht es beim lebensbezogenen Ansatz um das Leben und Lernen des Kindes durch eigene Erfahrungen und eigenes Erleben. Die Kinder sind selbst aktiv, entdecken und erforschen ihre Welt. Die ErzieherInnen beobachten und begleiten, nehmen ihre Themen und Fragen auf und erforschen gemeinsam mit den Kindern. Aus den Interessen der Kinder entstehen größere oder kleinere Projekte, in denen spielerisch, durch Geschichten, Experimente, Lieder, Besichtigungen, Bilderbuchbetrachtungen, bildnerisches Gestalten, Werken usw. nach Antworten gesucht und Erfahrungen vertieft werden. Die Aktivitäten werden dem jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder angepasst. Durch wertebezogene Erziehungs- und Bildungsziele soll jedes Kind zu folgenden Einstellungen für sein gegenwärtiges und zukünftiges Leben gelangen:

  • Weltbürgerlichkeit (Erde und Welt gehören allen; der Weltbürger grenzt nicht aus; Anderssein ist selbstverständlich; Leben als Vergangenheit (Tradition, Kultur) schätzen)
  • Natur- und Umweltbewusstsein (Natur und Umwelt schätzen und schützen)
  • Friedensfähigkeit (erfreuliche Beziehungen; Konflikte nicht durch Gewalt regeln; Versöhntsein mit anderen)
  • Sicht des Ganzen (das Gegenteil: „Mein Handeln betrifft nur mich.“)
  • Er-leben in der Wirklichkeit (originäre Erfahrung in der Natur, statt übertriebener Medienkonsum; gesellschaftliche Ereignisse ernst nehmen; gemeinschaftliche Erfahrungen in der Umgebung mit Gemeinde, Vereinen, Eltern)